DAS BAUHAUS DESSAU

ein UNESCO-Weltkulturerbe

DAS BAUHAUS DESSAU – EIN UNESCO-WELKULTURERBE

Das Bauhaus nimmt in der Geschichte von Kultur, Architektur, Design, Kunst und neuen Medien des 20. Jahrhunderts eine besondere Rolle ein. Als eine der ersten Hochschulen für Gestaltung führte es eine Reihe der herausragendsten Architekten und Künstler seiner Zeit zusammen und war neben pädagogisch innovativer Ausbildungsstätte auch Produktionsort und Fokus internationaler Diskussionen. Wie kaum eine andere Institution hat sich das Bauhaus innerhalb einer krisenhaften Situation der Industriegesellschaft der Frage nach der Beherrschbarkeit des Modernisierungsprozesses mit den Mitteln der Gestaltung gestellt.

Die Meister und Studierenden des 1919 in Weimar gegründeten Bauhauses wollten die Trennung von Kunst und Produktion aufheben durch eine Rückbesinnung auf handwerkliche Traditionen als Grundlage allen künstlerischen Schaffens. Sie wollten vorbildliche Gegenstände und Räume für eine künftige humanere Gesellschaft schaffen. Unter seinem Gründer und ersten Direktor Walter Gropius (1883–1969) vollzog das Bauhaus 1923 in einem inneren Klärungsprozess eine Hinwendung zur Industrie. Die 1923 unter dem neuen Leitgedanken „Kunst und Technik – eine neue Einheit“ eröffnete Ausstellung präsentierte das gesamte Spektrum der Bauhausarbeit. Mit dem Haus Am Horn wurde eine Vorstellung vom Wohnen der Zukunft vermittelt.

Auf Drängen konservativer Kreise wurden 1924 die Mittel für das Bauhaus so drastisch gekürzt, dass es sich einen neuen Wirkungsort suchen musste. Mit der Übersiedlung nach Dessau, in einer Phase wirtschaftlichen Aufschwungs, wurde das Bauhaus zur kommunal getragenen Hochschule für Gestaltung. Fast alle Meister vollzogen den Wechsel nach Dessau. Ehemalige Studierende übernahmen als Jungmeister die Leitung von Werkstätten. Von 1926 bis 1932 entstanden in Dessau berühmte Werke der Kunst und Architektur sowie einflussreiche Designentwürfe.

Von den ständigen Kämpfen um das Weiterbestehen des Bauhauses gezeichnet, trat Walter Gropius am 1. April 1928 von seiner Funktion als Direktor zurück. Sein Nachfolger wurde der Schweizer Architekt Hannes Meyer (1889–1954). Seine Arbeit zielte auf eine „harmonische Ausgestaltung der Gesellschaft“. Durch die Ausrichtung auf die Kosten sparende industrielle Massenproduktion sollten Produkte für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich werden. Trotz seiner Erfolge wurde in der zugespitzten innenpolitischen Lage ab 1929 die marxistische Orientierung Hannes Meyers für die Stadtväter zum Problem, ihm wurde 1930 gekündigt.

Unter Ludwig Mies van der Rohe (1886–1969) entwickelte sich das Bauhaus ab 1930 zu einer Art Technische Hochschule für Architektur mit zuarbeitenden Kunst- und Werkstattabteilungen. Nach dem Wahlsieg der Nationalsozialisten wurde das Bauhaus im September 1932 aus Dessau vertrieben. In Berlin, wohin die Schule übersiedelte, verblieb ihr nur noch eine kurze Zeit: 1933 erfolgte unter dem Druck der Nationalsozialisten die Selbstauflösung des Bauhauses.

Mehr erfahren Sie unter: www.bauhaus-dessau.de

Öffentliche Führungen im Bauhaus Dessau

Der Rundgang durch das Bauhausgebäude führt durch verschiedene, sonst nicht zugängliche, historische Räume des 1926 entstandenen Schulgebäudes, darunter die Aula, das ehemalige Direktorenzimmer und ein früheres Studentenzimmer. Die Führung dauert etwa eine Stunde. Wir weisen darauf hin, dass aufgrund von Veranstaltungen im Haus nicht immer alle Räumlichkeiten gleichermaßen zugänglich sind und bitten dafür um Ihr Verständnis. Selbstverständlich wird hier ein adäquater Ausgleich geschaffen, die Qualität Ihrer gebuchten Führung leidet darunter in keinster Weise.

Termine: täglich um 11 und um 14 Uhr, Sa/So außerdem um 12 und um 16 Uhr
Preise Eintritt: 7,50 € / ermäßigt 4,50 €
Preise Führung: 5,00 €

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